Arbeitsanliegen

Seit Beginn der Rostocker Jahre (1959/60) gilt das Hauptinteresse meiner Arbeit-rein bildnerisch gesehen- dem Struktur-Feld Bildfläche und der Möglichkeit, aus ihren Elementen Raum und Plastizität entstehen zu lassen. Anregungen und Motivation dafür gaben besonders das Erlebnis der norddeutschen wuchtigen Kirchen, später, in den Jahren 2005 bis heute der barocken Räume Balthasar Neumanns.

Das Gesehene ist meist Anstoß zu weniger abgebildeten als vielmehr im Atelier aus Skizzen und Fotos neu entstandenen Bildkompositionen und –strukturen auch ungegenständlicher Art. Oft, als Zwischenstufe, entstehen aus Karton vereinfachte Modelle der erlebten Räume, nach denen zum Teil wiederum im konkreten Licht des Ateliers gemalt wird. Bestimmte immer wiederkehrende Formen, die aus Bewegungsvorgängen z.B. Tanzbewegungen, dem Reissen von Überlagerungen, Verschiebungen zu Formen gerinnen ( Risse, Kurven, Segmente) werden oft als Variationen wiederholt und verwandelt.

Angeregt durch solche Verrichtungen werden wieder neue „Motive“ gefunden. Aus solch immer wieder aufgenommenen bildnerischen, spielerisch-meditativen „Übungen“ mit knappen zeichnerischen und malerischen Elementen können Arbeiten ungegenständlicher Art entstehen. Die Spannung der beiden Pole: gegenstandsnah-ungegenständlich und ihr Zusammentreffen ist Anreiz und Maß des Arbeitens! Das Erleben der Gestimmtheit des eigenen Körper-Raumerlebens, ebenso der Gegenstände,
der Umgang mit ihnen, ist dabei unabdinglich.

von Johannes Müller

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